G37 Galerie Projektraum & Atelier

Galerie Gleditsch 37,  "No guts - No glory"  ©Thomas Räse 1986/  Analog auf Hahnemühle Baryta Fotopapier im Format 40x40 gedruckt. Gleditschstr. 37
10781 Berlin

Genre/Kunstrichtung: Fotografie

 

Das Wesentliche fotografieren und ohne große "Worte",Inhalte mit menschlichen und tierischen Dramen darzustellen, das kennzeichnet die Fotografie von Thomas Räse. Er gibt sich nicht mit formaler Bildgestaltung zufrieden. „Ein Foto muss eine Aussage beinhalten, die den Betrachter reizt, zu verweilen und sich auseinanderzusetzen.“Es ist ein Ritt für den Verstand.
Das Bild "No Guts No Glory" stellt dem Betrachter spontan gleich mehrere Fragen. Was sagt der starr nach vorne gerichtete Blick der Frau? Hat sie Angst? Ist sie unbeeindruckt? So entsteht bei der Auseinandersetzung mit den Fotos von Thomas Räse ein Bezug zum Selbst des Betrachters.
Der Betrachter der Bilder von Thomas Räse steht vor einer doppelten Aussage. Einerseits sind die Bilder expressiv und sprechen für sich, andererseits versucht der Titel etwas von der tieferen inhaltlichen Bedeutung preiszugeben, aber nicht so, dass der Betrachter gleich weiß, wo die Reise hingeht. Thomas Räse arbeitet in vielen Bildern mit einer starken Symbolik. So wird sich der Betrachter der Bilder Gedanken machen müssen, welche Bedeutung z. B. der Löwe auf dem Schoß einer älteren Dame hat. Die Umwelt ist quasi ausgeschaltet. Die teilweise widersprüchliche Rolle in die der Betrachter versetzt wird, hält ihn fest und verlangt nach einer Auseinandersetzung mit dem Bild. Sich dem Sog der Bilder von Thomas Räse zu entziehen, ist schwer möglich. Der Fotograf arbeitet in vielen seiner Bilder mit einer gewissen Ironie, die den Betrachter leicht schmunzeln lässt. Thomas Räse spricht hier von einem gewissen "Unfugspotenzial". Bei intensiver Betrachtung und der Auseinandersetzung mit einem Foto erscheint aber das Bild hinter dem Bild und lässt Tiefe zu. Damit entschwindet die Ironie und macht dem Verstehen Platz.
Thomas Räse unterstreicht seine Bildaussagen durch gewagte Schnitte und einen eigenen Bildstil. Die starken Kontraste und Sepia-Tönungen sind nicht aufgesetzt, sondern unterstreichen die Aussagen.    Von Jochen Scholz
Thomas Räse lebt in Berlin und arbeitet als freier Fotograf in den Bereichen Menschen, Musik, Reise, Tiere, Theater & Zirkus, urbanes Leben. www.thomas-raese.de
 
Öffnungszeiten: Fr - So 16.00 bis 19.00 Uhr
 
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Bild: "No guts - No glory"  ©Thomas Räse 1986/  Analog auf Hahnemühle Baryta Fotopapier im Format 40x40 gedruckt.